Was ist eine Schluckstörung (Dysphagie)?

Als Dysphagie wird eine Störung des Schluckaktes beim Trinken, bei der Nahrungsaufnahme oder beim Schlucken des eigenen Speichels bezeichnet. Pro Tag schluckt ein erwachsener Mensch bis zu 2000 Mal. Auch nachts wird - zwar nicht so häufig wie am Tag - der Speichel vom Mundraum mit Hilfe der Zunge und der Wangenmuskulatur in den Rachenbereich und schließlich in die Speiseröhre befördert. Für diesen Ablauf ist eine feinabgestimmte Koordination von zahlreichen Einzelmuskeln, Muskelgruppen, Gelenken, Knorpelstrukturen, sowie Schleimhäuten und Speicheldrüsen etc. notwendig.

In unterschiedlicher Stärke können einzelne oder mehrere Phasen des Schluckvorganges gestört sein. Dies kann so stark ausgeprägt sein, dass keine Nahrung mehr aufgenommen werden kann. Die einzige Möglichkeit der Nahrungsaufnahme besteht dann in der Sondenernährung (Nahrung läuft durch einen Schlauch direkt in den Magen). Die Patienten leiden oft sehr stark unter dieser Beeinträchtigung.

Wer kann eine Schluckstörung bekommen?

Die Grunderkrankungen, die eine Dysphagie hervorrufen können, sind äußerst vielfältig.

Zu unserem Gebiet gehört die Untersuchung und Behandlung der folgenden Bereiche:

  • neurogene Schluckstörung
  • Schluckstörung nach Operationen und Tumor
  • kindliche Schluckstörungen
  • altersbedingte Schluckstörungen
  • psychogene Schluckstörungen unterschiedlichen Alters
  • weitere

Wie kann eine Schluckstörung behandelt werden?

Die Wahl der geeigneten Therapieverfahren (z.B. Behandlung nach F.O.T.T. oder Castillo-Morales) richtet sich nach der Grunderkrankung und nach den Bedürfnissen des Patienten. Ziel ist die vollständige oder zumindest teilweise Wiederherstellung der gestörten Funktionen.

Neben den eigentlichen Schluckübungen werden die für die Nahrungsaufnahme erforderlichen Bewegungsmuster oder spezielle Schlucktechniken trainiert. Der Kontakt und die Zusammenarbeit mit den Angehörigen sind von großer Bedeutung.

Gestaltet sich die dysphagische Störung jedoch so, dass eine funktionelle Behandlung allein nicht erfolgversprechend oder empfehlenswert ist und operative oder medikamentöse Maßnahmen notwendig erscheinen, werden die Patienten an die entsprechenden Stellen weitergeleitet.